Mal richtig Dampf machen!

Aug

Das dachte sich ein Tochterunternehmen des bekannten südkoreanischen Konzerns LG, das sich hauptsächlich mit Infrastrukturprojekten beschäftigt, und betraute den deutschen Dampf-Turbinen-Spezialisten, die Firma M+M Turbinen-Technik, mit dem Bau und der Entwicklung einer individuellen Dampfturbinen-Anlage.

Dampf machen oder eher nutzen, hieß es in diesem Projekt, den überschüssigen Dampf in einem Molkereibetrieb am Standort Sejong City zukünftig nicht ungenutzt zu lassen, sondern für die Stromerzeugung zu verwerten. Kein Problem für die Experten von M+M. Maßgeschneiderte Dampfturbinen mit kunden-individuellen Lösungen sind das Steckenpferd des Unternehmens. Somit wurde eine für dieses Projekt geeignete Turbine von den erfahrenen Ingenieuren entwickelt und in Rekordzeit gebaut. Doch wem sollte man den Transport der wertvollen und maßgeschneiderten Dampfturbine aus dem ostwestfälischen Bad Salzuflen in die 8000 Kilometer entfernte Stadt in Südkorea überlassen?

MBS konnte mit dem Projektverladungsspezialisten Dario Romao überzeugen, der ein stimmiges und kostengünstiges Transportkonzept für die insgesamt 25 Tonnen schwere (Volumengewicht 35 Tonnen) und in 9 Kisten zerlegte, Turbine vorlegte. Mit zwei offenen Plateau-LKWs ließ er die massiven Kisten (535cm x 320cm x 280cm) schließlich abholen und charterte eine IL-76 der russischen Fluggesellschaft Volga Dnepr im Kundenauftrag. Zur Verladung wurde ein Kran mit 80 Tonnen Eigengewicht eingesetzt, der das wertvolle Gut sicher in das Frachtflugzeug verlud. Jedoch nicht wie geplant am Flughafen Leipzig …denn es war Ende Mai 2016. Die politische Situation zwischen Russland und Deutschland wurde zunehmend prekärer und der russischen Fluggesellschaft waren für kommerzielle Ladung temporär die Abflugrechte von deutschen Flughäfen entzogen worden. Plötzlich war Dampf auf dem Kessel! Ein eng getackteter Zeitplan und ein auf die wichtige Lieferung angewiesenes Ingenieursteam in Korea erforderten eine kurzfristige Alternativlösung.

Innerhalb weniger Stunden hatte Herr Romao die Lösung: ein Flughafen in Polen. Er routete den Transport um und organisierte den Abflug vom Flughafen SZZ Stettin, um die Problemzone Russland zu umgehen.

Problemlos erreichte letztendlich die Turbine ihren Bestimmungsort in Südkorea und wird dort nun erfolgreich zur nachhaltigen Energieerzeugung und Druckregulierung eingesetzt.